Aktionsgemeinschaft zur Reduzierung der Lärmbelastung durch die A 81 im Gespräch mit dem Regierungspräsidium Stuttgart

Geschrieben von elly-martinat am 11. März 2010 | Abgelegt unter Allgemein

Vertreter der „Aktionsgemeinschaft A81“ aus Asperg, Ludwigsburg und Möglingen trafen sich vergangene Woche beim Regierungspräsidium Stuttgart zur Abklärung der vorgesehenen Bau- und Lärmschutzmaßnahmen am Autobahnabschnitt Ludwigsburg-Süd bis Ludwigsburg-Nord.
Die „Aktionsgemeinschaft zur Reduzierung der Lärmbelastung durch die A 81“ (Ag-A81) hatte schon vor Monaten um ein Gespräch mit dem Regierungspräsidenten gebeten. In diesem Gespräch sollten die Forderungen der Ag-A81 nochmals angemeldet und über die vom Land beabsichtigten Bau- und Lärmschutzmaßnahmen diskutiert werden.
Dieses Gespräch kam nunmehr letzte Woche zustande, zwar ohne den Regierungspräsidenten, aber mit den zuständigen Mitarbeitern unter Führung des Leiters der Abteilung Straßenwesen und Verkehr beim Regierungspräsidium Stuttgart, Herrn Konradin Heyd. Die Vertreter der Ag-A81, Rolf Janiak aus Asperg, Roland Gemeinhardt und Siegfried Schill aus Möglingen sowie Roland Glasbrenner, Peter Griesmaier, Wilhelm Haag und Reinhold Noz aus Ludwigs-burg ließen sich über vorgesehenen Maßnahmen des Regierungspräsidiums informieren.
Herr Heyd erläuterte die Notwendigkeit, die A 81 8-streifig auszubauen. Bei einem
8-streifigen Ausbau sei es auch keine Frage, dass die notwendigen Lärmschutzmaßnahmen ergriffen würden. Dieser 8-streifige Ausbau der A 81 sei jedoch im Bedarfsplan für das Bundesfernstraßennetz nicht enthalten. Vorrangig müsste deshalb die Aufnahme in diesen
Bedarfsplan erreicht werden, da andernfalls keine Mittel für einen 8-streifigen Ausbau bereitgestellt würden.
Um der vorhandenen Verkehrsbelastung ohne einen 8-streifigen Ausbau Herr zu werden, ist es laut Regierungspräsidium Stuttgart zwingend notwendig, die beiderseitigen Standspuren zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Ludwigsburg-Nord zu öffnen und eine so genannte Verkehrsbeeinflussungsanlage zu errichten. Diese Anlage gibt je nach Verkehrsmenge die Standspuren frei und reduziert die zulässige Höchstgeschwindigkeit bzw. sperrt diese Standspuren dann wieder. Die voraussichtlichen Kosten für die erforderlichen Schilderbrücken, die Verkabelungen und die Schutzplanken betragen ca. 14 Mio. Euro. Zusätzlich sollen neue Nothaltebuchten für liegen gebliebene oder beschädigte Fahrzeuge errichtet werden. Außerdem müssen Ein- und Ausfädelspuren im Bereich des Au-tobahnknotens Ludwigsburg-Süd hergestellt werden.
Zusätzlich muss die Autobahnbrücke über die L 1140 beim Autobahnknoten Süd erweitert werden. Als Erweiterung ist vorgesehen, in beiden Fahrtrichtungen je ein Zusatzbrückenteil an die vorhandene Brücke anzusetzen, um so auch auf der Brücke den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Die voraussichtlichen Kosten dafür betragen ca. 4,5 Mio. Euro. Zuständig sind das Regierungspräsidium und für die Planung die Landesstelle für Straßentechnik. Beide sind vom Ministerium beauftragt, diese Maßnahmen vorzubereiten.
Das Regierungspräsidium Stuttgart anerkennt, dass bereits heute hohe Lärmimmissionen für Teile von Asperg, Möglingen und Ludwigsburg vorhanden sind. Sowohl die Bundes- als auch zwischenzeitlich die Landesregierung anerkennen darüber hinaus, dass die erst vor kurzem erweiterte Autobahnzufahrt Ludwigsburg Süd in Verbindung mit der Freigabe der Standspu-ren so genannte „wesentliche bauliche Veränderungen“ darstellen. Daraus resultieren auch eventuelle Ansprüche im Hinblick auf Lärmschutzmaßnahmen.
Als förmliche Voraussetzungen für die baulichen Erweiterungsmaßnahmen wird momentan ein Vorentwurf für das Planfeststellungsverfahren ausgearbeitet.
Parallel dazu werden die aktuellen Immissionen und Lärmwerte berechnet und Prognosen über die Zunahme dieser Werte durch die Öffnung der Standspuren und als weitere Prognose die möglichen Lärmwerte im Jahr 2025 ausgearbeitet. Zur Vorbereitung werden im März und April 2010 Verkehrszählungen sowohl tagsüber als auch nachts vorgenommen. Um objektive
Ergebnisse zu erzielen, werden diese Zählungen nicht im Winter, sondern im Frühjahr durch-geführt. Die Lärmberechnungswerte werden so ausgearbeitet, als wenn die Autobahn auf der „grünen Wiese“ gebaut würde und welche Immissionen sich dabei ergeben. Lärmüberlage-rungen zum Beispiel durch Bahnlinien oder die L 1140 können so ausgefiltert werden.
Das Ergebnis dieser Lärmberechnungen wird dann die Grundlage dafür sein, welche Lärm-schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Hier ist zu unterscheiden, ob Lärmsanierungs- oder Lärmvorsorgemaßnahmen durchzuführen sind. Außerdem hängt es von diesen Berechnungsergebnissen ab, ob aktive oder passive Lärmschutzmaßnahmen notwendig sind. Aktive Lärmschutzmaßnahmen sind zum Beispiel Lärmschutzwände und sonstige Maßnahmen zur Vermeidung der Ausbreitung des Lärms. Passive Lärmschutzmaßnahmen sind zum Beispiel der Einbau von Lärmschutzfenstern, die dann kostenmäßig entweder anteilig oder insgesamt vom Land übernommen werden würden.
Gleichzeitig zur Ausarbeitung der Lärmimmissionsbelastungen werden auch die sonstigen Belastungen untersucht. Des trifft hauptsächlich auf die Luftbelastung durch Feinstaub und Stickoxyde zu. Auch hier müsste bei weiter prognostizierten Zunahmen über Schutzmaßnahmen nachgedacht werden.
Das Regierungspräsidium Stuttgart geht davon aus, dass diese insgesamt für die Genehmi-gung des Vorentwurfes notwendigen Ausarbeitungen und Berechnungen bis Ende 2010 komplett fertig gestellt sein werden. Danach wird dieser Vorentwurf an die Landesbehörde und das Bundesministerium für Verkehr zur Genehmigung weiter geleitet. Dabei wird mit einer Genehmigungszeit von ca. 6 Monaten gerechnet, so dass nach einer erfolgten Genehmigung mit dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens ungefähr Mitte 2011 gerechnet werden kann. Das Planfeststellungsverfahren dürfte frühestens 2012 verbindlich werden. Erst danach kann mit den straßenbautechnischen Arbeiten begonnen und die Standspur von Stutt-gart-Zuffenhausen nach Ludwigsburg-Nord freigegeben werden. Immer vorausgesetzt, dass die doch nicht unerheblichen finanziellen Mittel bereitgestellt worden sind.
Herr Heyd und sein Mitarbeiterstab sagten den Vertretern der Ag-A81 weitere Informationen, die Einsichtnahme in aussagefähige Unterlagen und ein weiteres Treffen mit dem Ag-A81-Arbeitskreis im Herbst 2010 zu. Die Vertreter der Ag-A81 bedankten sich für das konstrukti-ve Gespräch, stellten aber klar, dass sie den vorgesehenen Zeitplan kritisch begleiten und sich bei eventuellen Verzögerungen vorbehalten werden, weitere Aktionen durchzuführen. Die „Schmerzgrenze“ durch Lärmbelästigungen sei bei den Anwohnern aus Asperg, Möglingen, Eglosheim und Pflugfelden nämlich längst überschritten.

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